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Das
erste Theaterstück der Kanadierin Gina Wilkinson steckt
voller unerwarteter Momente. Es geht um die Verhältnisse
innerhalb einer Familie und um die Frage, wie die Familie
und ihre Umgebung mit Übergriffen und Grenzüberschreitungen
umgeht. Bei aller Brisanz ist das Stück geprägt
von raben-schwarzem, niemals verharmlosendem Humor. Gina Wilkinson
vermeidet Klischees und wagt sich auf neue Pfade. Die behandelte
Konstellation: Mutter und Sohn.
Der
Fall wird aus der Sicht des Sohnes Dan erzählt, der mittlerweile
erwachsen und verheiratet ist. Er hat den Kontakt zu seinen
Eltern abgebrochen, doch die Geburt seines eigenen Sohnes
hat er ihnen nicht verschweigen können. Und nun interessiert
sich Mum für ihr Enkelkind - nach Dans Ge-chmack: zu
sehr.
Dan
entwickelt paranoide Züge und versucht seinen Sohn vor
dem zu be-wahren, was er selbst erleben musste. Diese Entwicklung
treibt absurde Blüten, bis die Situation bei einem Ausflug
von Dan und seinem Sohn in einen Nationalpark, wohin ihnen
Mum wieder einmal folgt, eskaliert.
My
Mother's Feet ist eine schwarze Komödie über
menschliche Gefühle, die außer Kontrolle geraten.
Die Sprache ist knapp, zuweilen poetisch, aber nie übertrieben.
Die Figuren sind realistisch gezeichnet, mit all ihren Widersprüchen,
ohne vereinfachende Schwarz-Weiß-Malerei. Schuld und
Unschuld, Sympathie und Antipathie sind differenziert verteilt:
Mum ist weder nur Monster noch verkannte Unschuldige, Dan
ist weder nur Opfer noch überreagierender Spinner.
BeMe
Theatre freut sich, dass sie die Autorin, die in Kanada als
erfahrene und hoch angesehene Regisseurin und Schauspielerin
gilt, dafür gewinnen konnte, ihr Erstlingswerk in München
zu inszenieren. Mit der Münchner Inszenierung von My
Mother's Feet wird dieses Stück von Gina Wilkinson
erstmalig außerhalb von Kanada aufgeführt.
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