Er gehört zu den renommiertesten
Theaterautoren Großbritanniens: Sir David Hare. Seit
über 40 Jahren werden seine Stücke mit Preisen
ausgezeichnet, sein jüngstes Stück "My Zinc
Bed" wurde 2008 verfilmt. Jetzt hat das BeMe-Theatre,
Münchens englischsprachiges Theater, My Zinc Bed in
sein Programm genommen. Gestern Abend war Premiere im Einstein.
Das ist eine dieser schicksalhaften
und dabei zugleich so geheimnisvollen Dreiecksgeschichten,
in denen sich zwei zueinander hingezogen fühlen und
doch einer von ihnen vom dritten nicht lassen kann. Paul
ist jung und mittellos, er ist Dichter und Alkoholiker,
Elsa ist auch jung und Mutter und war mal auf Koks, nur
Victor, ihr Mann ist älter. Er war mal Marxist und
ist jetzt schwerreicher Geschäftsmann, der ihr, Elsa,
vor Jahren eine Chance gegeben hat und dies nun mit ihm,
Paul, wieder tut. Was ihn nicht daran hindernd beide auch
immer wieder mit Alkohol zu versorgen:
Im Kellergewölbe des Münchner
Einstein vertraut das BeMe Theatre ganz auf den Text von
"My Zinc Bed" von David Hare. Ohne Dekoration
und mit wenigen Requisiten entsteht dabei durchaus etwas
von jener dramatisch-emotionale Intensität, für
die der Altmeister des englischen Well-Made-Plays David
Hare bekannt ist. Was Hare an Schuldgefühlen und Abhängigkeiten,
an Liebe und Enttäuschung, an Lebensgier und Lebensangst
mit leichtem Strich in sein Stück gezeichnet hat, das
arbeiten die drei Schauspieler mit ebenso leichter Geste
aus ihren Figuren heraus. Und so erfährt man in "My
Zinc Bed viel von einem höchst aktuellen Lebensgefühl,
was vor allem durch eins geprägt ist, durch die wie
auch immer geartete Sucht.
Das BeMe-Theatre zeigt My Zinc
Bed bis zum 27.März Dienstag bis Samstags im Kulturzentrum
Einstein.